Geschäftsanalytiker, Inspektion von Unternehmensinformationen, Lieferantenaudit

Die Zukunft des Lieferantenaudits

Gerade aktuell – vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Krise weltweit und dem Ukraine-Krieg und der damit zusammenhängenden schweren Wirtschaftskrise und Lieferproblemen, vor allem aus Richtung China, wo noch immer auf Null-Covid gesetzt wird und auf weitreichende Lockdowns, macht sich jedes Unternehmen in Deutschland inzwischen Gedanken über das Lieferantenaudit. Hierbei begutachtet und bewertet das Unternehmen oder ein beauftragter Auditor die organisatorische und auch die technische Leistungsfähigkeit eines Lieferanten. Diese Art von Audit dient nicht nur der Verifizierung eines Lieferanten, sondern auch der Kontrolle der Qualität, die ein Lieferant im Stande ist zu liefern. Mehr und mehr hat die deutsche Wirtschaft kritische Lieferanten. Dies bezeichnet Lieferanten, die nicht wirklich in der Lage sind ihre angebotenen Lieferzeiten einzuhalten und auch nicht die Qualität des Produkts. Dies kann letztlich zu einer verminderten Qualität der eigenen Produkte führen bzw. das Unternehmen selbst in Lieferschwierigkeiten bringen.


Verschiedene Faktoren der Bewertung

Das Lieferantenaudit ist für ein Unternehmen vielsagend und wird wohl in Zukunft noch viel wichtiger werden. Grund dafür sind die immer größere werdenden Qualitätsprobleme bzw. die Suche nach Ersatzmaterialien wegen ausbleibender bzw. sich verschiebender Lieferungen – vor allem aus China. Dabei raten Wirtschaftsexperten schon lange, dass sich Europa nicht zu sehr von China abhängig machen sollte. Inzwischen hat diese Abhängigkeit von China die Lieferprobleme in Europa verstärkt. Doch nicht nur die schnelle Lieferung spielt bei einem solchen Audit eine Rolle, sondern auch die Qualität der Produkte und vor allem die Umweltfreundlichkeit bzw. Nachhaltigkeit der Produkte. China tat sich schon schwer, als man in der EU Weichmacher in Plastikspielzeug verbot. Die Abschaffung weitgehend von Plastikverpackung in der Gastronomie dürfte noch einmal dafür sorgen, dass man sich von China ein stückweit unabhängig machen könnte. In Zukunft wird es dabei so sein, dass andere Faktoren als heute bei den Audits eine Rolle spielen werden, wenn es um Lieferanten bzw. Lieferketten geht.

Fokus auf Umweltthemen

Auch wenn es aktuell wegen der Energiekrise – auch ausgelöst durch den Ukraine-Krieg und den schleppenden und vielleicht bald stockenden Gaslieferungen durch Russland – nicht so aussieht, dass die Prioritäten großartig auf dem Klimaschutz liegen können (durch die Wiederinbetriebnahme bzw. die Laufzeitverlängerung von Kohlekraftwerken in Deutschland), dürfte ein Lieferantenaudit wohl in der Zukunft noch vielmehr auf die Rückverfolgbarkeit, aber auch den Rohwareneinkauf und der Fertigungstoleranz sowie der Logistik und der Hygiene liegen. Mehr denn je wird es dabei auch wohl für kleinere Unternehmen wohl wichtig werden, dass diese potenziellen Lieferanten vor einer Auftragserteilung mit einem Audit bewerten bzw. qualifizieren. Erst wenn die Lieferanten die Voraussetzungen erfüllen, können sie auch liefern bzw. erhalten die Möglichkeit dass sie einen Auftrag umsetzen dürfen. Angestrebt wird – und so sieht die Zukunft aus – durch solche Audits eine positive kontinuierliche Lieferantenentwicklung, was einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess gleichkommt.

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